Handy-Etikette: Mobil telefonieren, ohne andere zu belästigen

Handy-Etikette: Mobil telefonieren, ohne andere zu belästigen

Über 80% der privaten Haushalte besitzen heutzutage in Deutschland mindestens ein Mobiltelefon. Angesichts dieser Zahl, basierend auf einer Veröffentlichung des statistischen Bundesamtes, kann man durchaus vom Handy als unverzichtbares Gerät für Jedermann sprechen. Doch obwohl wir seit Jahren in Deutschland das Handy nutzen, gibt es wohl keine allgemeine Einigung darüber, was die richtige „Handy-Etikette“ ist.

Ein Beispiel: Sie sitzen in öffentlichen Verkehrsmitteln und Ihr Mobiltelefon klingelt. Nicht nur, dass in den meisten Fällen der Klingelton eines Handys penetrant laut eingestellt ist – schließlich möchten Sie doch mitbekommen, dass Sie jemand anruft – meistens reden Sie auch unbewusst lauter, wenn Sie in einer lauten Umgebung telefonieren.

Achtung: Meist ist die Lautstärke Ihrer Stimme höher, als Sie denken. Und höher, als nötig. Versuchen Sie beim Telefonieren das nächste Mal ein wenig leiser zu reden. Sie werden merken: Ihr Gesprächspartner hört Sie immer noch gut. Der Vorteil dabei ist: Ihre Mitmenschen werden durch das laute Telefonieren nicht belästigt. Denn erstens möchte nicht jeder im Bus alles über Ihr Privatleben oder den Stress auf der Arbeit erfahren, und zweitens hilft jeder so mit, den Lärmpegel in öffentlichen Verkehrsmitteln zu senken. Dies wiederum schont die Ohren von allen – auch Ihre.

Handy-Etikette: 7 Tipps zum richtigen Umgang mit dem Handy

  • Mit dem Handy telefonieren und dabei möglichst wenig stören? Das geht und zeigt besonderen Stil im Umgang mit dem Gerät. Zudem sollte man sich nicht vom Mobiltelefon abhängig machen, versuchen Sie es mal. Sie werden sehen, wie „nackt“ man sich heutzutage ohne Handy fühlt. Und wie abhängig man ist. Doch nur als kurzzeitiger Nicht-Mobiltelefonierer kann man merken, wie schnell man von Mobiltelefonen, beziehungsweise den Lärm den sie mit sich bringen, genervt ist.
  • Schalten Sie Ihr Handy also ruhig mal aus. Viele Menschen tun dies so selten, dass sie ihre Handy-PIN-Nummer, die man zum Wieder-Einschalten des Telefons braucht, vergessen haben. Und: So beschäftigt Sie auch sein mögen – keiner ist verpflichtet, ständig rund um die Uhr erreichbar zu sein. Gerade wenn Sie ihre Freizeit genießen, im Urlaub sind oder nachts sich schlafen legen möchten, ist die ideale Gelegenheit, auch dem Handy ein wenig „Ruhe“ zu gönnen.
  • Aus sollte das Mobiltelefon in jedem Fall im Kino, im Theater oder bei Konzerten. Zumindest lautlos sollte es sein. Dass diese Etikette gerne ignoriert wird, können Sie schnell prüfen: gehen Sie doch einmal in ein klassisches Konzert. Selbst dort werden Sie mindestens einmal erleben, wie ein Handy eines unachtsamen Besuchers klingelt.
  • Übrigens, nicht umsonst sind an manchen Orten handyfreie Zonen eingerichtet. Es handelt sich nicht nur um Lärmschutzmaßnahmen, sondern um Sicherheitsmaßnahmen. Beispiele dafür sind Krankenhäuser oder Flugzeuge. Die Funktionen der empfindlichen Geräte an diesen Orten können durch Handystrahlung gefährdet werden. Je weniger Strahlung sie also umgibt, desto besser.
  • Im Beruf sollte man allein schon der Höflichkeit und dem respektvollen Umgang miteinander wegen versuchen, das Handy – oder die Freisprecheinrichtung – nicht dauernd mit dem Ohr verklebt zu lassen. Bei Meetings etwa ist es besser, das Handy lautlos einzustellen oder ganz abzuschalten.
  • Im Restaurant, meist in einem feinen, sollten Sie das Handy am Tisch möglichst gar nicht nutzen! Wer das tut, legt unhöfliches Verhalten den anderen Restaurantgästen gegenüber an den Tag, darüber sind sich nicht nur Knigge-Ratgeber einig. Wenn trotzdem ein notwendiges Gespräch ansteht, besser vor die Tür gehen und dies dort klären.
  • Besser als laute und nervige Klingeltöne (der Frosch lässt grüßen) ist die Einstellung des Handys auf Vibrationsalarm. Möglichst nah am Körper getragen, kann das Mobiltelefon so ganz leicht und lautlos auf sich aufmerksam machen, wenn ein Anruf oder eine SMS kommt. Wenn sich ein Telefongespräch in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht vermeiden lässt, bitte möglichst leise reden, das Gespräch kurz halten und immer daran denken, dass alle Fahrgäste mithören!